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Leserbrief zur «SRG-Halbierungsinitiative»

16. Februar 2026 – Wenn 100 Franken in die Hölle führen

100 Franken – soviel beträgt gemäss einer aktuellen Propaganda der Unterschied zwischen Himmel und Steuerhölle. 100 Franken würden die Schweizer Haushalte pro Jahr einsparen, sollte die SRG-Halbierungsinitiative angenommen werden. 100 Franken, das ist nicht einmal ein Kaffee alle zwei Wochen!

Wortgewaltig argumentieren die Initianten, die SRG sei zu teuer und müsse zum Sparen gezwungen werden. Richtig ist, dass die Serafe-Gebühr, die eh auf 300 Franken gesenkt wird, im Vergleich mit anderen Ländern etwas höher liegt. Da hat aber nichts mit Geldverschwendung zu tun, sondern ist der Schweizer Einzigartigkeit geschuldet: Die SRG ist das einzige Medienhaus der Schweiz, das in allen vier Landessprachen und aus allen vier Sprachregionen berichtet. Ohne SRG gäbe es nur ein stark reduziertes Fernsehen in der Romandie und ganz bestimmt kein eigenes Fernseh- und Radioangebot in italienischer Sprache. Kein privates Schweizer Medienhaus kann das auch nur annähernd leisten.

Auch dank der Serafe-Gebühr ist die SRG in der Lage, Schweiz-typische Inhalte zu produzieren, die auf dem freien Markt nicht finanzierbar wären – so Hintergrund-Dok-Filme und Serien wie «Tschugger» oder «Fascht ä Familie». Dasselbe gilt für den Live-Sport: Eine halbierte SRG könnte viele Sportarten nicht mehr zeigen, die populärsten wie Fussball, Tennis oder Ski verschwänden hinter der Bezahlschranke der Pay-TV-Sender. Wollen Sie wirklich künftig für interessante Inhalte immer wieder bezahlen müssen!

Die SRG kostet nicht nur, sie gibt dem Land viel zurück: Seit 1996 hat die SRG beispielsweise über 400 Millionen Franken ins Schweizer Filmschaffen investiert – auch für unsere Kultur hätte die Initiative verheerende Folgen. Wenig erstaunlich, wenden sich 35 nationale Organisationen und Institutionen, unter ihnen auch die Pro Senectute und viele Kultur- und Sport-Verbände, mit einem dringlichen Appell an Sie, geschätzte Bürgerinnen und Bürger, diese für die Schweiz nachteilige Initiative abzulehnen. Sie wissen eben genau um die verheerenden Folgen für unsere Gesellschaft. Fernsehen und Radio der SRG sind für viele Schweizerinnen und Schweizer die wichtigste tägliche Informationsquelle, gerade in ländlichen Regionen. Genau diese Angebote wären mit der Halbierungsinitiative massiv bedroht.

Die SRG hat in den letzten Jahren bereits massiv gespart. Die Initiative würde sie zwingen, ihr Angebot nochmals massiv, bis zur Unkenntlichkeit, zu reduzieren. Sie ist eine Mogelpackung, die vorgaukelt, fast nichts zu verändern. Und die das genaue Gegenteil anstrebt: Man weiss selbstverständlich, dass es danach die SRG in ihrer heutigen Form nicht mehr geben kann. Eine grössere Anzahl von Regionalstudios mit einer regelmässigen, qualitätsvollen Berichterstattung aus den Kantonen wäre mit halbierten Mitteln nicht mehr möglich. Auch die sprachregionale Berichterstattung wäre in Frage gestellt. Wollen wir das wirklich? Finden Sie es richtig, wenn künftig ausländische Medienkonzerne mitbestimmen, wie wir die Schweiz und die Welt sehen sollen?

In Zeiten, in denen Fake-News um sich greifen und man oft nicht mehr weiss, was gilt, braucht es starke, unabhängige Medien. Die SRG kann frei berichten; sie muss keine Rücksicht auf die Interessen eines privaten Besitzers nehmen oder sich primär an Klick-Zahlen orientieren. Das beste Rezept gegen Fake-News ist Medienvielfalt. Die SRG ist dabei ein entscheidendes Element – nicht allein, Private leisten ebenfalls ihren Teil. Aber eben nicht für die gesamte Schweiz. Die SRG trägt wesentlich zu unserer Gesellschaft bei, zur gesellschaftlichen und sprachlichen Vielfalt, zu unserem Föderalismus und unseren Werten und Traditionen. Ein Angriff auf die SRG schwächt unsere Schweiz!

Jeder und jede hat sich schon mal über eine Sendung der SRG geärgert. Jetzt deswegen denen im Leutschenbach den Hahn zuzudrehen, wäre ein sehr hoher Preis, der uns wirklich teuer zu stehen käme.

Franz-Xaver Risi, Kantonsrat Die Mitte, Lachen

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